|
Official UNREST
Fanclub
|
live reviews |
|
VEGESACK. Schwermetallische Klänge haben auf Nordbremer Konzertbühnen nicht eben einen leichten Stand. So bedarf es schon eines besonderen Anlasses, damit sich bei einem Konzert aus der Abteilung "Hart und heftig" bereits Stunden vor Konzertbeginn lange Menschenschlangen vor der Kasse bilden. Einen solchen gab es am vergangenen Freitag in der Tat: Mit "Unrest" gaben sich die wohl erfolgreichsten Exporteure in der Hansestadt geschmiedeten Edelstahls die Ehre, um ihr zwanzigjähriges Bandjubiläum sowie den Auftakt ihrer diesbezüglichen Europatournee mit einem konzertanten Heimspiel im restlos ausverkauften "Muddy" zu begehen. Dutzende Fans, die sich nicht rechtzeitig eine Karte im Vorverkauf sicherten, mussten aufgrund akuter Überfüllung sogar frühzeitig den Heimweg antreten. Bevor die Powermetal-Wölfe jedoch zur lautstarken Zeitreise durch ihre zwei Dekaden andauernde Bandhistorie ansetzten, sorgte der rotzige Powerrock der Lokalmatadore "Helliön" bereits für erste Schweißtropfen auf und vor der Bühne. Mit teils recht derben Texten und einer stark umarrangierten "Roxette"-Coverversion bewies der energetisch aufrockende Vierer seinen Sinn für schmutzigen Humor und wurde schlussendlich sogar mit Zugabenforderungen belohnt. Nach einer kurzen Umbaupause und dem obligatorisch eröffnenden Wolfsgeheul gaben die Jubilare den über 200 Kartenbesitzern anschließend Anlass zum kollektiven Ausrasten. Bereits die fulminante Eröffnung "Go to Hell" gab nachdrücklich die Marschroute vor, von der die nächsten zwei Stunden nicht einen Millimeter abgewichen wurde: Reinrassiger, melodischer Powermetal, der eindrucksvoll demonstrierte, warum Heavy Metal "Made in Germany" auch heute noch einen internationalen Ruf als qualitatives Gütesiegel genießt. Obwohl "Unrest" getreu dem Konzertmotto "20 Songs aus 20 Jahren" alle Alben ihrer langen Karriere bei der Programmzusammenstellung berücksichtigten, lieferten die Bremer Stahlschmiede ein kraftvolles Set wie aus einem Guss. Kompromisslos und ohne Rücksicht auf jedwede Trends zog die Band seit Gründungstagen konsequent ihr Ding durch und drückte ihrem schnörkellosen und stets mitgrölkompatiblen Edelstahl schon früh einen eigenen Prägestempel auf, der bis heute nichts von seiner akustischen Durchschlagskraft eingebüßt hat. Angetrieben von den massiven Rhythmen des präzise wie ein Uhrwerk und energisch wie ein Berserker agierenden Schlagzeugers Guido Hettwer sorgten die Gitarristen Claus Wiechert und Marco Liedtke für kernige Riffs und geschmackvolle Soloeinlagen, während Leitwolf Sönke Lau das Publikum durchweg fest im Griff hatte und zwischen seinen kraft- und anspruchsvollen Gesangslinien zum Mitklatschen und Fäusterecken zu Gassenhauern wie "Cold Steel Whisper" oder "We will rock" animierte. Dabei durfte auch die in Fankreisen bereits Kultstatus genießende und mit lautem Jubel beantwortete Frage "Wollt ihr noch mehr Unrest-Heavy Metal ?" nicht fehlen. Als besonderen Bonus für die heimischen Fans gab es zudem ein Wiedersehen mit den Exmitgliedern Henny Niedbalker und Michael Kühn, die mit kurzen Gastauftritten als Drittgitarristen bewiesen, dass sie nichts verlernt haben. Nach über zwei Stunden Vollgas verabschiedeten sich die Jubilare mit den Bandhymnen "Don't X the Line" und "Watch out" und hinterließen ein erschöpftes, aber glückliches Publikum. |